Förderung

OHG Förderkonzept 

Seit  1999 haben wir eine Reihe von Maßnahmen der individuellen Förderung in beiden Sekundarstufen planvoll und systematisch entwickelt und in der schulischen Praxis umgesetzt. Die Maßnahmen wurden in den folgenden Jahren Schritt um Schritt erweitert und miteinander vernetzt. Beginnend mit dem Fach Mathematik haben wir mittlerweile in allen Kernfächern ein ganzes Set an Fördermaßnahmen entwickelt.

Beim Tutorenkonzept geben leistungsstarke und motivierte Oberstufenschülerinnen und -schüler schwächeren Schülerinnen und Schülern der Klassen 5-8 Förderunterricht (Einzelunterricht oder Zweiergruppen). Lehrkräfte koordinieren das Projekt. Sie suchen Tutoren, schulen die Tutoren, stellen differenzierende Arbeitsmaterialien zur Verfügung, führen Absprachen mit den Fachlehrerinnen und Fachlehrern, stehen bei Beratungsbedarf den Eltern zur Verfügung und evaluieren jährlich das Projekt. Oberstufenschülerinnen und Schüler leisten dabei auch organisatorische Hilfestellung ("FLOH"-Förderunterricht und Lernhilfen am Otto-Hahn-Gymnasium).

Besonders in der Erprobungsstufe zeigen diese Maßnahmen durchlagenden Erfolg: Im Laufe der Jahre hat sich die  Zahl der Schülerinnen und Schüler, die am Ende der Erprobungsstufe das Otto-Hahn-Gymnasium verlassen müssen, halbiert.

Es hat sich gezeigt, dass es zu Beginn der 5. Klasse im Fach Deutsch große Unterschiede im Leistungsstand gibt. Seit 2004/05 führen wir deshalb im Fach Deutsch einen zweistündigen Förderunterricht am Nachmittag durch. Hier wollen wir den neuen Schülerinnen und Schülern helfen, grundlegende Defizite abzubauen. Noch vor Beginn des Schuljahres klären wir in Vorgesprächen mit den Grundschulen, bei welchem Schüler Förderungsbedarf besteht. Der Förderunterricht kann so ohne Verzögerung schon in der ersten Schulwoche beginnen.

In vier Gruppen von 5 bis 12 Schülern verbessern diese Kinder ihr Ausdrucksvermögen, üben den korrekten Sprachgebrauch sowie Rechtschreibung und Zeichensetzung. Der Besuch des Förderunterrichts ist solange verpflichtend, bis der Schüler seine Lücken aufgeholt hat. Dieser Deutsch-Förderunterricht wird während der gesamten Sekundarstufe I fortgesetzt und mündet ab Klasse 7 in eine wöchentliche, individuelle Förderstunde für jede Klasse.

In den wichtigen Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch gibt es am OHG bereits seit dem Schuljahr 2007/2008 für die Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8 eine individuelle Förderstunde durch Fachlehrer. Ziel der Förderstunde ist die Förderung sowohl besonders begabten Schüler, als auch der schwächeren Schüler, denen so geholfen werden soll, die Lernziele und somit die Versetzung in die nächste Jahrgangsstufe zu erreichen. Im Fach Deutsch findet die Zusatzstunde der individuellen Förderung über beide Schuljahre statt, in Mathematik und Englisch jeweils nur im zweiten Halbjahr der Jahrgangsstufe.

In Deutsch haben die Fachlehrer einen Freiarbeitsordner erstellt, der zu den Themen Lesen, Rechtschreibung, Grammatik und Freies Schreiben Aufgaben verschiedener Leistungsstufen enthält. So können die Schüler mit für sie passendem Material ihre Fähigkeiten verbessern, ohne den gewohnten Klassenverband verlassen zu müssen.

In Englisch und Mathematik wurden anfangs die Schüler für die Förderstunden nach ihren Fähigkeiten in  Lerngruppen aufgeteilt. Allerdings mussten wir bei einer internen Evaluation des Förderunterrichts feststellen, dass vor allem leistungsstarke Schüler von diesem Konzept profitierten, weniger dagegen die schwächeren. Auf Grund der Evaluationsergebnisse wird die Förderstunde in diesen beiden Fächern seit 2009 auch im Klassenverband unterrichtet, mit Material, das den unterschiedlichen Fähigkeiten der Schüler angepasst ist.

Wir führen im Laufe der Jahrgangsstufe 10 zahlreiche Informationsveranstaltungen für Seiteneinsteiger aus anderen Schulformen (meist aus der Realschule) durch und ermutigen sie, nach Abschluss der Klasse 10 ihre Schullaufbahn in der gymnasialen Oberstufe fortzusetzen. 50 bis 60 Schülerinnen und Schüler wechseln denn auch regelmäßig zu Beginn der Oberstufe ans Otto-Hahn-Gymnasium. Wir halten die erforderliche Integration dieser Schülergruppe für einen wichtigen Beitrag zur Durchlässigkeit des gegliederten Schulsystems.

 Im Einzelnen eröffnen wir Seiteneinsteigern folgende Fördermöglichkeiten:

  • eigene Klasse(n) mit Klassenunterricht in D, E, M (in den übrigen Fächern Einbindung in das Kurssystem)
  • Zusatzstunde in D, E, M während der gesamten Jahrgangsstufe EFbei der jeweiligen Fachlehrkraft zur Aufarbeitung von fachlichen und methodischen Defiziten
  • Methodentage für Seiteneinsteiger zu Beginn von EF.1 zur Erweiterung des Methodenrepertoires mit ersten Schritten zur Übung von Präsentationstechniken
  • In 11/ 12  Zusatzstunden in den Abiturfächern
  • Evaluation der Maßnahmen zur Förderung von Seiteneinsteigern (u.a. Schülerfeedback; Informationsgespräche mit der abgebenden Realschule).
  • spezielle Lerncoachs für die Seiteneinsteiger

2007 wurden wir, u.a. wegen der gezielten Förderung der Seiteneinsteiger, mit dem Gütesiegel "Individuelle Förderung" vom Schulministerium Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.

Damit liegt - trotz der Lage der Schule in einem Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf - die Quote der Wiederholer bei 2,3%, nachdem sie in den 90er Jahren ohne das systematische, miteinander verzahnte Förderkonzept rund 5% betragen hatte. Im Schuljahr 2008/09 konnte die Sitzenbleiberquote erstmals unter 2% gedrückt werden.

Das Otto-Hahn-Gymnasium schnitt bei allen bisherigen zentralen Prüfungen im Landesvergleich überdurchschnittlich gut ab: 2007 und 2008 zählten unsere Achtklässler bei den Lernstandserhebungen zu den besten 2%; wir wurden hierfür vom Schulministerium ausgezeichnet (2007: Deutsch; 2008: Mathematik).


Begabtenförderung

Das OHG-Förderkonzept zielt vorrangig auf die Förderung der schwächeren Schülerinnen und Schüler, allerdings nutzen sie auch den leistungsstarken Schülerinnen und Schülern.

Die Lernpaten (Tutoren) z.B. profitieren durchaus auch selbst vom Förderunterricht, den sie erteilen (Wiederholung / Vertiefung von Gelerntem; Stärkung des Selbstbewusstseins u.ä.).

Die teilweise auf Binnendifferenzierung ausgelegten EVA-Aufgaben in der Oberstufe ermöglichen ein unterschiedliches Lerntempo. Im fachlichen Lernen werden ebenfalls differenzierende Aufgabenstellungen und Materialien eingesetzt.

Auch dank dieser planvollen und breit gestreuten Förderung haben unsere Schülerinnen und Schüler seitdem bei der Mathematik-Olympiade pro Jahr 20-25 erste, zweite und dritte Preise gewonnen; 2-4 Schüler qualifizieren sich pro Jahr sogar für die 3. Runde und schon fünfmal haben OHG-Schüler seit 1999 den ersten Preis bei der Landesmeisterschaft Mathematik gewonnen. Beim Bundeswettbewerb Mathematik konnten unsere Schüler Erfolge erzielen und einer erreichte sogar die Qualifikation zur internationalen Runde. Schon mehrfach haben inzwischen Teams unserer Schule an der Mathe-Olympiade teilgenommen.

Am Känguru-Wettbewerb nehmen pro Jahr ca. 450 unserer Schülerinnen und Schüler teil, damit gehört das Otto-Hahn-Gymnasium lt. Aussagen der Organisatoren bundesweit zu den 30 Schulen mit der größten Teilnehmerzahl. Ziel ist das Training von Multiple-Choice-Aufgaben und die Talentförderung. Hier konnten in allen Altersgruppen Punktzahlen erreicht werden, die über den Durchschnittswerten für Deutschland liegen. Die Teilnahme an Wettbewerben ist eine Herausforderung und eine Chance, eigene Kompetenzen zu demonstrieren und überprüfen zu lassen. Teilweise handelt es sich um innerschulische Wettbewerbe (Vorlesewettbewerb Französisch), meist jedoch um überregionale Wettbewerbe.

Die Teilnahme an Wettbewerben erfolgt zum Teil mit Hilfe innerer Differenzierung im fachlichen Lernen (z.B. Latein, Politik), zum Teil außerhalb des Unterrichts über Arbeitsgemeinschaften (z.B. Geschichte, Russisch).

Erfolgreiche Teilnahme an Wettbewerben in den letzten Jahren waren z.B.:

  • Latein (2. Preis beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen),
  • Politik (1. Preis zu 1.500 €, drei Preise zu 1.000 €, einmal zu 500 € in den vergangenen vier Jahren),
  • Geschichte (1. Preis beim größten deutschen Geschichtswettbewerb "Europeans for Peace" des Fonds "Erinnerung und Zukunft" in den Jahren 2006 und 2008),
  • Russisch (3x 2. Platz, 1 x Bronzemedaille bei der Int. Russisch-Olympiade in Moskau).

Unsere Schülerinnen und Schüler nehmen darüber hinaus regelmäßig an weiteren renommierten Wettbewerben teil, wie z.B. "Jugend forscht", "Chemie entdecken" sowie dem Vorlesewettbewerb der Klassen 6.

Die Universität Wuppertal bietet interessierten Schülerinnen während einer Schnupperwoche die Chance ihre u.U. vorhandene Scheu vor naturwissenschaftlichen und technischen Fächern zu überwinden. Jedes Jahr finden sich 6-8 Schülerinnen für diese Veranstaltung. Auswahlkriterium für die Teilnahme sind gute bis sehr gute Noten in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern.

Schon mehrfach haben interessierte und begabte Schüler unserer Schüler regelmäßig während und nach der Unterrichtszeit an Vorlesungen und Seminaren in den Fächern Mathematik und Physik teilgenommen. In zwei herausragenden Fällen erwarben sie zahlreiche Scheine, so dass sie schon vor dem Abitur kurz vor dem Diplom standen und ihre Studienzeit verkürzen konnten.

Kontakt Kontakt-formular Sprech-stunden
Nach oben